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Burg Rotenburg (Château de Rothenbourg)


Burgen-Spezial: Lage, Anfahrt und Beschreibung aus „Burgenkompaktführer Nordvogesen“


Ort: Philippsbourg (Frankreich, Region Lothringen)


Lage: Auf einer Bergkuppe nahe der Ortschaft Philippsbourg


Anfahrt: In Philippsbourg verlässt man die D 662 und folgt der Beschilderung zur Burg Falkenstein. Deren Parkplatz lässt man links liegen und fährt weiter auf der D 87A, bis an einer steilen Linkskurve sich rechter Hand der „Parking Rothenbourg“ befindet. Man gelangt in etwa 20 Minuten auf teils sehr steilem Wege zur Burg hinauf.


Informationen: Burg Rotenburg zählt zu den kleinsten Burgen der Nordvogesen. Sie wurde auf einem polygonalen Fels errichtet und ist sehr kompakt. Erste bekannte urkundliche Erwähnung war im Jahre 1321. Heinrich von Ettendorf veräußerte die Burg an Simon Fürst von Brumath. Er soll im Jahre 1324 eine Fehde gegen die Stadt Hagenau geführt haben. Später wurde sie entweder durch die Grafen von Zweibrücken erworben oder diese erhielten sie als Lehen. Graf Walram von Zweibrücken sowie seine Gemahlin verliehen die Burg im Jahre 1353 zur Hälfte an Gerhard Harnasch von Weißkirchen zum Lehen. Ihre Zerstörung fand wahrscheinlich 1368 oder 1369 statt. Nach dem 18. Mai 1369 verbündete sich die Stadt Straßburg mit den Herren von Lichtenberg und weiteren mit einer Belagerung gegen Jakob Jost von Flonheim. Nach ihrer Zerstörung ging sie vermutlich an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch. Erreicht man nach dem teils steilen Aufstieg die Burg, stößt man automatisch auf den Graben, der sich fast um die ganze Anlage erstreckt. Um den Fels herum befand sich früher eine Ringmauer. Interessant sind die Reste eines Brunnens bzw. einer Zisterne. Die Unterburg beherbergte einst Wohn- und vor allem Wirtschaftsgebäude. Der vermutliche ehemalige Zugang zur Oberburg ist noch zu erkennen. Dieser erfolgte wahrscheinlich über eine Holzleiter oder Treppe. Auf dem nordöstlichen Absatz des Felsens stand damals eventuell ein zweiteiliges Gebäude. Ebenfalls gab es hier eine große Filterzisterne. Man geht davon aus, dass eine Holztreppe hinauf zur Oberburg führte. Dort befinden sich heute noch einige Mauerreste, u.a. von der oberen Ringmauer. Allem Anschein nach hatte sie keinen Bergfried. Die Anlage ist klein, aber einen Besuch wert!